Licht und Schatten bei der Leistungsspange

Leistungsspangenbewerbergruppe Nenndorf II

Stadthagen, 09. Oktober 2021

Traditionell wird im Landkreis Schaumburg die Abnahme der höchsten Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr alle drei Jahre im Kreiszeltlager angeboten. Da das aber letztes Jahr coronabedingt ausfallen mußte, organisierte die Kreis-Jugendfeuerwehr eine Abnahme „außer der Reihe“. Die Zeit drängte ein bißchen, denn Jugendliche dürfen ab 15 und maximal bis zu 18 Jahren daran teilnehmen. In diesem Jahr gab es eine Sonderfreigabe für 19jährige, aber das wird sich 2022 wohl nicht wiederholen.

Für uns war der Ausfall im letzten Jahr eine eher glückliche Entscheidung, denn das bescherte uns eine größere Anzahl von Jugendlichen (vor allem weiblichen), die jetzt startberechtigt waren. Daher kam die verwegen Idee auf, mit einer reinen Mädchenmannschaft zu starten. Das hatte es bisher – zumindest erfolgreich – noch nie gegeben.

Zusätzlich zu den Damen hatten auch Jeník und Timon Interesse an einer Teilnahme, so daß wir uns auf Samtgemeindeebene zusammenfanden und nach einigem Hin und Her insgesamt drei Gruppen melden konnten. Ab Ende der Sommerferien war dann strammer Übungsdienst angesagt. Immer Mittwochs (und manchen Samstag) trafen wir uns wechselweise auf dem Sportplatz in Bad Nenndorf oder auf unserem Übungsplatz in Riehe, um die fünf notwendigen Disziplinen zu trainieren. Gefragt waren ein Löschangriff, eine Schlauchstafette als Schnelligkeitsübung, ein 1.500m-Staffellauf, Kugelstoßen und der Nachweis von theoretischem Wissen aus Gesellschaft und Feuerwehrtechnik.

Da die Betreuer selbst nun keine Experten in allen Teildisziplinen sind, holten wir uns Hilfe bei ausgewiesenen Fachleuten. So konnten wir Jürgen Volkers vom VfL Bad Nenndorf als Kugelstoßtrainer gewinnen. Carolin Hampel von der VT Rinteln gab Tipps zum Thema Staffellauf und Uwe Blume und Andreas Renner machten die Jugendlichen fit in Sachen Theorie. Vielen Dank an Euch alle für Eure grandiose Hilfe!

Bald war abzusehen, daß die beiden Jungsgruppen Nenndorf II und III keine nennenswerten Probleme bekommen würden. Auch wenn Nenndorf III zu Anfang größere Schwierigkeiten in der Zusammensetzung hatte, konnte sich das Team noch rechtzeitig stabilisieren.

Die Mädels dagegen knappsten an einigen Stellen am Limit. Zunächst machte das Kugelstoßen Probleme. Das konnten wir aber durch die Verwendung der korrekten Kugel (hätten wir mal früher nachgewogen) und den Einsatz einer Kameradin aus Riepen, die mal locker acht Meter stößt, in den Griff bekommen. Zweite – erwartbare – Baustelle war der Staffellauf. Obwohl sich die Mädels beim Üben alle Mühe gaben, war die Marke von 4:10 nicht erreichbar. Allerdings wußten wir ja, daß die Abnahme nicht auf einer Aschen- sondern einer Tartanbahn stattfinden würde. Also fragten wir bei den Stadthäger Sportvereinen nach, ob wir nicht mal auf einen Mittwoch abend deren Platz nutzen dürften. Und tatsächlich kamen wir auf dieser Bahn dem Ziel ein großes Stück näher – nur noch fünf statt 17 Sekunden bis zur Maximalzeit. Das mußte doch machbar sein.

Kurz vor dem entscheidenden Termin erreichte uns dann leider eine Hiobsbotschaft. Unsere Kameradin Jacqueline aus Riepen hatte sich eine Erkältung zugezogen und stand am Tag der Abnahme nicht zur Verfügung. Schnell überdachten wir unsere Möglichkeiten. Wir könnten den Start der Mädels auf einen späteren Zeitpunkt verlegen und als Ersatz einen unserer Jungs einsetzen. Oder wir suchen in unseren eigenen Reihen nach einem weiblichen Ersatz, um das Ziel „Mädchenteam“ beizubehalten. Wir entschieden uns für eine Ersatzdame und fanden sie in Levke, die sofort Feuer und Flamme war. Leider war die Vorbereitungszeit dadurch sehr kurz. Trotzdem hatten wir das Gefühl, daß wir das schaffen könnten.

Leider wurden wir in Stadthagen recht unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Mädels begannen mit der Schlauchstafette, die eigentlich kein Problem sein sollte. Dummerweise lief aber nicht alles so, wie es laufen sollte und am Ende hatten wir drei Sekunden zu viel gebraucht. Nun waren wir darauf angewiesen, daß in allen anderen Disziplinen alles rund läuft, damit wir diesen Teil am Ende nochmal wiederholen durften. Offensichtlich hatte uns aber unser Glück inzwischen komplett verlassen. Als nächstes stand das Kugelstoßen auf dem Plan. 55m waren das Ziel, alles darunter würde das endgültige Ausscheiden bedeuten. Als die Kugel am Ende bei 54,60m aufklatschte, war uns allen klar, daß der Tag damit unrühmlich beendet war…

Mehr Glück hatten die beiden Teams Nenndorf II und III, die relativ problemlos Ihre Übungen absolvierten und ausreichend Punkte holten, um sich die Leistungsspange zu sichern. Gut gemacht Jungs!

Nach Abgabe der Wertungsbögen ging es für uns dann ins Feuerwehrhaus Bad Nenndorf, wo die Samtgemeindejugendfeuerwehr die feierliche Übergabe der Auszeichnungen zelebrieren wollte. Zunächst aber sorgten Sarah, Ronja und Liam am Grill dafür, daß der Frust durch ausreichende Kalorienzufuhr zumindest gedämpft wurde. Und so waren auch die noch anwesenden Mädels in der Lage, unseren beiden neuen Leistungsspangenträgern Timon und Jeník (und natürlich auch allen anderen) den verdienten Respekt zu zollen. Schön war, daß eine größere Anzahl an Honoratioren der Samtgemeindefeuerwehr nebst André Lutz sich bereit erklärt hatten, an der Übergabe mitzuwirken. Das gab der Verleihung den erhofften feierlichen Rahmen.

Glückwunsch an alle erfolgreichen Bewerber des heutigen Tages und Danke an alle Bewerber, Füller, Helfer, Betreuer, Organisatoren aus den Reihen der KJF, Wertungsrichter, LSP-Anstecker, Grillmeister und insbesondere Woody und Jana für die Organisation zu Hause. Wir hatten uns ein anderes Ergebnis gewünscht, aber man kann halt nicht immer gewinnen…

Bevor wir das vergessen – alles Gute an Julia, die Ihren Dienst bei der BF Bremen antritt und von Ronja würdig verabschiedet wurde!