Homeoffice Nr. 15 – Atemschutz Teil II

Dienstende - bis nächste Woche

Vor der Tür, 21. April 2021

„Angriffstrupp, zur Brandbekämpfung, mit Hohlstrahlrohr, in das Gebäude, durch die Tür, vor“
So oder so ähnlich könnte der Einsatzbefehl für Jana und Mina heute gelautet haben. Nachdem wir uns in der letzten Woche um die Grundlagen gekümmert hatten, ging es im zweiten Teil der Atemschutzausbildung der „Fern-Uni“ Riehe um die praktische Anwendung.

Die Lage war halbwegs übersichtlich – im Innern des Mannschaftsraumes konnte von außen deutliche Flammen- und Rauchentwicklung erkannt werden. Wasserentnahmestelle und Verteiler waren bereits aufgebaut. Der Sicherungstrupp stand bereit. Nach kurzer Diskussion hatten die Jugendlichen die notwendige Ausrüstung zusammengestellt. Unser Trupp konnte zur Brandbekämpfung vorgehen.

Doch Halt! Zwischen den Mädels und den Brandraum gab es ein Hindernis – eine geschlossene Haustür. Sollten die beiden einfach die Klinke drücken und hineingehen? Auf keinen Fall! Glücklicherweise erkannten die Jugendlichen am Bildschirm rechtzeitig, daß hier großes Gefährdungspotential liegt. Wenn das Feuer sich nun schon in unseren Vorraum vorgearbeitet hat und aufgrund des entstehenden Sauerstoffmangels nur unvollständig brennt, hat sich hinter der Tür womöglich schon eine größere Menge heißer Brandrauch (gerne in Form von Kohlenmonoxid) angesammelt. Der ist nicht nur ungesund sondern auch noch brennbar. Macht man nun die Tür weit auf und läßt Sauerstoff hinein, kann es schnell zu einer Rauchgasdurchzündung kommen und die Flammenwalze schlägt dem Trupp direkt entgegen.

Wichtig ist daher die Eigensicherung! Zunächst wird der Trupp durch das Befühlen der Tür ermitteln, ob diese schon deutlich erwärmt ist. Sollte das der nicht der Fall sein, hat man den Joker gezogen und kann evtl. gefahrlos weiter. Da es dafür aber keine Garantie gibt, wird der Trupp trotzdem aus der Deckung heraus die Tür vorsichtig einen Spalt öffnen, mit der davor gelegten Axt dafür sorgen, daß sie nicht vollständig aufschlägt, und beobachten, was passiert. Quillt doch Rauch aus der Öffnung, darf der Truppmann ein paar kurze Sprühstöße mit dem Hohlstrahlrohr in Richtung Decke zur Kühlung des Brandrauchs abgeben.

Glücklicherweise fand sich hinter der ersten Tür kein Feuer, so daß der Trupp zügig zur nächsten Tür in Richtung Mannschaftsraum vorgehen konnte. Nun ergab sich eine neue Schwierigkeit – diese Tür öffnet sich in den Raum hinein. Da ist es Essig mit der Deckung, wenn man die Klinke drücken muß. Es dauerte zum Glück nicht lange, bis die Jugendlichen darauf kamen, daß hier die Kombi aus Bandschlinge zum Halten und Axt zum Aufschieben die Basis des Erfolges war.

Der Rest ist schnell erzählt – nach einigen Sprühstößen in den Raum konnte der Trupp gefahrlos eindringen, den Brandherd in der Küche erreichen und das Feuer schnell ablöschen. Nun noch die Meldung „Feuer aus!“ an den Gruppenführer und der Trupp konnte den Rückweg antreten.

Schön wärs ja, wenn alle Einsätze so einfach ablaufen würden, aber für den heutigen Dienst hats gereicht – genug Schweiß ist geflossen. Danke an unseren Angriffstrupp Jana und Mina und an alle virtuellen Teilnehmer. Mal schauen, was wir uns für nächste Woche einfallen lassen. Bleibt gesund!