Übungswochenende für den Löschzug Ost

Start 2. Schicht

Riehe, 07. bis 09. September 2018

Bereits zum dritten Mal trafen sich die Jugendfeuerwehren Helsinghausen-Kreuzriehe, Waltringhausen und Riehe auf dem Rieher Sportplatz, um gemeinsamen Ausbildungsdienst mit zwei jugendgerechten Einsatzübungen zu kombinieren. Leider hatten wir den Termin aus Alternativlosigkeit auf das Waltringhäuser Erntefest legen müssen und so konnten diese Kameraden nur am Samstag Vormittag dabei sein.

Ziel des Wochenendes war es, die Jugendlichen in gemischten Staffeln mit dem Einsatzkonzept des Löschzuges Ost und den jeweils anderen Fahrzeugen bekannt zu machen. Auch wenn wir als Grundausstattungsfeuerwehren im Grunde alle mit einem TSF bzw einem StLF arbeiten, gibt es im Detail doch gravierende Unterschiede in Beladung und Einsatz-Philosophie.

Der Freitag begann zunächst natürlich mit dem Aufbau der Zelte und dem Einzug der Jugendlichen. Abends kamen unsere Feuerteufelchen dazu und es wurde für alle gegrillt. Am Lagerfeuer konnten wir den Abend dann gemütlich ausklingen lassen.

Samstag morgen nach dem Frühstück wurde es ernst. Zunächst wurden die Einheiten ausgelost und dann hieß es „Fahrzeuge besetzen“. Jede Ortswehr hatte nun gut drei Stunden Zeit, die Jugendlichen auf die gemeinsame Einsatzübung vorzubereiten. Diese lag in den Händen unseres Kameraden Maik. Der hatte in der Zwischenzeit einen schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten auf unserem Kreisel fingiert. Keine leichte Aufgabe für die Jugendlichen (und die Gruppenführer). Immerhin stand die Menschenrettung und Patientenbetreuung hier im Vordergrund. Erst die später eintreffenden Kameraden konnten sich dann um den Brandschutz kümmern. Bei der ausführlichen Nachbesprechung konnte Maik aber nur wenige Kritikpunkte finden. Im Großen und Ganzen machten die Jugendlichen den Job sehr gut.

Das Mittagessen hatten wir uns damit also verdient. Es gab Hot Dogs von einer gutbekannten skandinavischen Möbelhauskette (hätte es die auch bei Möbel Dohmeyer gegeben, hätten wir natürlich heimatnah eingekauft…). Nach einer kleinen Verdauungspause war dann Schichtwechsel angesagt und die zweite Runde konnte beginnen. Die zweite Hälfte der Jugendlichen  wurde auf die Fahrzeuge verteilt und die Ausbildung begann von vorne. Da die zweite Übung in Helsinghausen stattfinden sollte, legten wir in diesem Fall unser Augenmerk auf die Aufgaben des Wassertrupps. Dabei kamen aber auch hier wieder Menschenrettung und Patientenbetreuung nicht zu kurz, denn einer unserer Trupps war als Atemschutztrupp eingeplant.

Die anschließende Übung am Feuerwehrhaus in Helsinghausen hatte es dann auch in sich. Der Mannschaftsraum war durch zündelnde Kinder in Brand geraten. Zwei waren noch im völlig verrauchten Brandraum, zwei andere hatten sich im Keller versteckt. In kürzester Zeit waren die kleinen Brandstifter gefunden und zum Verletztensammelplatz gebracht. Hier kümmerten sich die Jugendlichen auch um „Günni“, unseren Hausmeister. Auch diese Übung verlief von der Anfahrt über Wasserversorgung, Innen- und Außenangriff und Absicherung sehr sicher und souverän. Das Betreuerteam mit Organisator Maxi hatte wieder wenig Kritik zu äußern.

Zurück im Lager stand dann Freizeitsport an. Rosi Erbguth vom TuS Riehe hatte sich bereit erklärt, wieder einmal das Sportabzeichen abzunehmen und fand regen Zulauf. Später warfen wir wieder den Grill an. Vorher allerdings mußte das Versorgungsteam den Bestand an Grillkäse massiv aufstocken. Würstchen und Fleisch sind inzwischen offenbar out…

Nach Einbruch der Dunkelheit gab es Stockbrot über dem Lagerfeuer. Aber nach einiger Zeit waren die Kleinen im Zelt verschwunden – war ja auch ein harter Tag. Als sich nur noch die „Großen“ ums Feuer scharten, präsentierten wir unsere Überraschung – wir wollten noch eine nächtliche Einsatzübung bei Lukas durchführen. Alle waren Feuer und Flamme und sofort bereit, noch einmal Helme und Handschuhe rauszuholen. Ist ja für eine Feuerwehr auch nicht anders zu erwarten…

Da wir nur noch das eigene TSF vor Ort hatten, mußten wir annehmen, daß das Kreuzrieher Fahrzeug aktuell in der Werkstatt stand, die Waltringhäuser wegen des Erntefestes abgemeldet und alle anderen Ortswehren bereits anderweitig im Einsatz waren. Die Lage stellte sich am Allernkamp dann so dar, daß ein Anwohner – warum auch immer – in der Nacht seinen Trecker reparieren wollte und durch eine Verpuffung von Betriebsstoffen schwer verletzt unter Paletten zu liegen kam. Der Angriffstrupp hatte daher die Aufgabe, zunächst ohne Löschmittel die Menschenrettung einzuleiten, soweit das vertretbar war. Der nächste Hydrant an der Bushaltestelle war vier B-Längen entfernt und bei dem eingeschränkten Personal dauerte der Aufbau natürlich eine Weile.

Glücklicherweise lag der zu Rettende nahe am Eingang und konnte nach einigen Mühen aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Der nachrückende Schlauchtrupp übernahm die Versorgung und der Angriffstrupp war damit frei für die Brandbekämpfung im Innenangriff. Inzwischen stand auch die Wasserversorgung und der Angriffstrupp konnte in den Schuppen vorrücken. Der Schlauchtrupp hatte inzwischen den Verunfallten an den Notarzt und den Rettungsdienst übergeben und konnte mittels B-Rohr eine Riegelstellung zum imaginären Nachbargebäude aufbauen.

Während der Nachbesprechung stellte sich heraus, daß der Schlauchtrupp den Exitus des Patienten beschlossen hatte, um andere Aufgaben übernehmen zu können. Das nahmen wir zum Anlaß, um mit unseren Ältesten am Einsatzort und auch später am Lagerfeuer über das Thema Todesfälle während eines Einsatzes zu sprechen. Angefangen mit der Tatsache, daß NUR ein Arzt den Tod eines Menschen feststellen darf und bis dahin eine Wiederbelebung durchgeführt wird, bis zu den Möglichkeiten der Einsatznachbereitung durch Notfallseelsorger.

Am Sonntag war dann die Weckzeit um eine Stunde nach hinten verschoben. Punkt acht stürmten Cecile, Emelie und Timon mit dem Wecklied durch die Zelte. Nach und nach tauchten die Bewohner mit kleinen Äuglein auf und  versuchten wach zu werden. Nach dem Frühstück sah die Welt schon anders aus und wir konnten mit dem Abbau starten. Bis zum Mittag waren wir mit dem Rückbau der Zelte fertig und konnten die Jugendlichen wieder verabschieden. Mal sehen, ob wir in zwei Jahren noch ein Übungswochenende ausrichten – vielleicht hat sich bis dahin die Feuerwehrlandschaft der SG Nenndorf schon maßgeblich geändert. Von uns aus können wir diese Tradition aber gerne fortführen.

Zum Schluß ein paar Dankesworte:
an den TuS Riehe für die Bereitstellung des Sportplatzes und des Sportheims,
an Rosi Erbguth für die sportliche Begleitung,
an Maik und Maxi für die beiden Einsatzübungen,
an Steffen für das Frühstück, das wirklich nur minimal zu spät kam,
an Malte, Frank, Achim und Andi für die Hilfe bei Auf- und Abbau,
an Marc Planert, der am Sonntag extra für uns eine Extraschicht in der Backstube eingelegt hat, und
an unser Versorgungsteam incl. Grillmaster Til für die Verpflegung.

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