3 Tage Landeswettbewerb

Da sind sie ja

Delmenhorst, 16. bis 18. Juni 2017

Unglaublich, daß wir es bis hierhin geschafft haben. Mit einer richtig tollen Truppe und ein bißchen Glück durften wir am Wochenendzeltlager beim Landeswettbewerb in Delmenhorst teilnehmen. Was macht es, daß wir am Ende ganz hinten gelandet sind? Als jüngste Gruppe im Wettbewerb haben wir in zwei Jahren eine gute Chance, mit mehr Erfahrung wieder zu kommen!

Am Freitag mittag (die Jugendlichen hatten tatsächlich alle schulfrei bekommen) beluden wir den Anhänger und machten uns auf den Weg nach Delmenhorst. Unter Lukas‘ souveräner Führung und nach einem einzigen kurzen Stau kamen wir am Nachmittag an und bekamen einen Zeltplatz zugewiesen. Praktischerweise konnten wir unser Fahrzeug direkt dahinter abstellen. Der Aufbau ging mit vereinten Kräften sehr schnell voran und in kürzester Zeit konnten wir die Zelte beziehen. Im Laufe des Nachmittags stellte sich dann heraus, daß wir zusammen mit Rodenberg und Pollhagen in einem Zeltdorf lagen. Möllenbeck als vierte Schaumburger JF hatte man am anderen Ende des Lagers platziert.

Das Abendessen gestaltete sich ein wenig unkoordiniert – jeder konnte im großen Zelt aufschlagen, wann er wollte. Aber letztlich bekamen die Küchenfeen aus Apen alle satt. Im Anschluß fand auf dem Antreteplatz die Zeltlagereröffnung durch den Landesjugendwart André Lang statt. Neben einer Info-Veranstaltung für die Jugendwarte schloß sich dann das Abendprogramm im großen Zelt an. Es dauerte aber nicht lange und unsere Jugendlichen trudelten wieder vor unseren Zelten ein – offenbar war quatschen im Mädchenzelt doch interessanter…

Später am Abend bekamen wir dann doch wieder Hunger und beschlossen, einen hiesigen Bringdienst zu testen – ja, kann man empfehlen. Gegen 23 Uhr war dann langsam Ruhe eingekehrt.

Der Samstag begann mit einer Actionralley durch Delmenhorst. Eine Handy-App sollte uns von Station zu Station durch die Stadt führen. Leider scheiterten wir bereits am zweiten Halt. Wir hatten zwar nachweislich die richtige Lösung gefunden, aber die App nahm unsere Eingabe nicht an. Manche meinten, es läge an Raphas veraltetem Handy, aber das kann ja gar nicht sein…

Wir kehrten dann zurück, und starteten mit verminderter Mannschaft (Lena und Emelie) und einem anderen Handy einen zweiten Versuch. Und gucke da, plötzlich funktionierte es. Nach einigen Stationen kamen wir zuletzt auf dem Marktplatz an, auf dem wir einen ELW mit angeklebtem QR-Code finden sollten. Leider war grade Wochenmarkt und zwischen Eiern, Fleisch, Gemüse und Blumen war beim besten Willen kein ELW zu finden.

Auf dem Rückweg zum Lager wurden wir dann Zeugen eines Verkehrsunfalls – eine Autofahrerin nahm beim Einbiegen auf ihr Grundstück einen Fahrradfahrer „auf die Hörner“. Zum Glück zog er sich nur Abschürfungen an den Händen und eine blutige Nase zu, aber unsere Mädels hatten sich doch ganz schön erschrocken.

Nachmittags stand dann das Training an. Organisatorisch sollte alles so laufen, wie beim Wettbewerb am nächsten Tag. Also marschierten wir zur Startzeit zunächst in die Paßkontrolle. Da gab es dann den ersten Aufreger, als die Kontrolleuse anfing, an Luisas Paßkopie rumzumäkeln (das Original ist witzigerweise für die Leistungsspangenabnahme bei der NJF…). Nach kurzer Rücksprache mit dem Chefkontrolleur war aber alles in Ordnung und wir konnten mit dem B-Teil starten. Wie auch am nächsten Tag liefen wir gegen die JF Büddenstedt aus dem Landkreis Helmstedt. Und im Grunde lief alles sehr gut – am Ende hatten wir eine ausbaufähige Zeit von 2:09 mit den obligatorischen zehn Miesen für den Trainings-Beutelwurf. Aber das wichtigste war, daß Til mit dem äußerst anspruchvollen Schlauch gut klarkam – das war nicht selbstverständlich, denn von den 52 Gruppen bekamen über 40 Fehler auf die Schlauchablage.

Später stand dann der A-Teil an. Wieder mußten wir in die Paßkontrolle. Diesmal hatten sie das Personal ausgetauscht und alles lief reibungslos. Dann allerdings zeigte der Jugendwart seine ganze Klasse und führte die Gruppe auf die falsche Bahn. Erst als alle Geräte ordentlich auf dem Ablageplatz lagen, fiel dem Wertungsteam auf, daß wir eigentlich woanders starten mußten… Also alles zurück und auf Platz 1A nochmal aufräumen. (Es tut mir leid!!!)

Trotzdem zeigten unsere Jugendlichen eine tolle Leistung und gingen ohne Fehler mit einer passablen Knotenzeit über den Platz. Am Ende lagen wir bei 1.399 Punkten. Nicht ganz schlecht, aber mit Luft nach oben. Zur Belohnung gab es statt Abendessen einen Besuch bei einem bekannten Systemgastronomen. Danach spielten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit „Werwolf“ vor unseren Zelten.

Der Sonntag zeigte sich zunächst relativ neblig. Bis zu unserem ersten Start um 10:10 war aber alles wieder klar. Schon beim Frühstück konnten wir die ersten Gäste begrüßen. Eine große Zahl Eltern und Geschwister hatte sich zusammen mit Bürgermeisterin Katrin schon am frühen Morgen auf den Weg gemacht, um uns zu unterstützen. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Schnell verging die Zeit und unser erster Auftritt vor Publikum stand an. Leider konnten wir die Leistung vom Vortag nicht wiederholen. Insgesamt kamen wir nach 2:23 ins Ziel und der Leinenbeutel lag wieder daneben… Übermotivation? Nervosität? Vermutlich alles auf einmal…

Bis zum A-Teil blieben uns noch etwa eineinhalb Stunden, die wir mit Sachen packen und Zelt abbauen verbrachten. Hauptsache beschäftigen und nicht zuviel nachdenken. Aber bald war die Zeit um und wir marschierten zum zweiten Mal ins Stadion. Diesmal fanden wir auf Anhieb den richtigen Übungsplatz – Jugendwarte sind ja auch lernfähig. Die Übung selbst sah spitzenmäßig aus. Wie gestern fiel die Saugleitung zwischendurch auseinander, aber die beiden Kuppeltrupps korrigierten den Fehler sehr souverän. Danach lief alles wie am Schnürchen. Bei der Fehlerbesprechung stellte sich dann heraus, daß ein Wertungsrichter einen Fehler am Wassergraben gesehen hatte, der uns allen nicht aufgefallen war. Außerdem hatten wir einen unstrittigen Fehler in einer Schlauchreserve. Auch die Super-Knotenzeit half uns da leider nicht mehr weiter. Am Ende mußten wir uns mit 1.376 Punkten begnügen.

Nachmittags stand dann die Siegerehrung an. Mit Spielmannszug an der Spitze marschierten alle Gruppen ins Stadion ein – das war schon ein Gänsehautmoment. Nach einigen – kurzen – Grußworten begann Fachbereichsleiter Andreas Schlicht mit der Siegerehrung. Uns rief er als erstes auf, aber wegen seiner unglücklichen Ausdrucksweise hatten wir zunächst den Eindruck nur als jüngste Gruppe genannt zu werden, wie man das von anderen Wettbewerben kennt. Tatsächlich aber kam dann nach uns Platz 51 und damit war klar, daß wir ganz hinten gelandet waren.

Schade, das hatte natürlich ein Stimmungstief zur Folge. Es war den Jugendlichen die Enttäuschuing deutlich anzumerken. Wenn ein paar Tage ins Land gegangen sind, werden wir sicherlich zur Erkenntnis kommen, daß es eine großartige Leistung war, überhaupt bis hierher zu kommen – in einem Bundesland, das für seine Wettbewerbsstärke bekannt ist und schon viele Deutsche Meister gestellt hat.

Glückwunsch an die JF Rodenberg, die den dritten Platz erreichen konnte. Aber der Abstand zu den ersten beiden Plätzen mit fünf bzw. zehn Punkten war am Ende so groß, daß mit Negenborn als Landesmeister und Nöpke als Vize zwei würdige Gruppen oben standen. Wir wünschen den beiden alles Gute für die Deutschen Meisterschaften im September in Falkensee. Vielleicht kommt ja der neue Deutsche Meister wieder aus Niedersachsen.

Wir konnten uns zu Hause mit einem leckeren Eis trösten und freuen uns nun aufs Kreiszeltlager.

Ein großes Dankeschön geht an:
Marco und Kim aus Waltringhausen für den MTW,
die Feuerwehr Delmenhorst, Tina und Kalle für die exzellente Organisation,
alle Zuschauer, die den Weg nicht gescheut haben und gekommen sind, um uns zu unterstützen (und – vielleicht nicht ganz freiwillig – die Zelte mit abzubauen…),
alle, die uns von zu Hause aus die Daumen gedrückt haben,
alle Spender für die Finanzspritzen (langsam wirds echt teuer…),
die Wertungsrichter, die uns im Großen und Ganzen sehr fair beurteilt haben (Grüße vor allem an Michael, Carsten, Frank und Stefan aus dem Nachbarlandkreis Hameln-Pyrmont),
unsere Bezirksjugendwarte für die Süßigkeiten,
die JF Rodenberg für die Tausch-Handschuhe,
die Klassenlehrer unserer Kinder für einen Tag schulfrei und besonders
vom Betreuerteam an unsere Jugendlichen – wir sind sowas von stolz auf Euch! In zwei Jahren kommen wir zurück!
#dasindwirwieder

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