Übungswochenende der Jugendfeuerwehren des Löschzugs Nenndorf Ost

Riehe, 31. Mai / 01. Juni 2014

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Jugendfeuerwehren Helsinghausen-Kreuzriehe, Riehe und Waltringhausen zum gemeinsamen Ausbildungsdienst mit Übernachtung auf unserem Sportplatz. Da seit einiger Zeit diese drei Ortswehren im Löschzug Nenndorf Ost zusammengefaßt sind und zukünftig immer zusammen alarmiert werden, wollten wir schon bei den Jugendlichen die Zusammenarbeit trainieren.

Nach der Ankunft der 33 Jugendlichen und ihrer Betreuer wurden zunächst die bereits vorbereiteten Zelte bezogen. Danach folgte die Auslosung der einzelnen Fahrzeugbesatzungen in drei verschiedenen Dienstschichten. In der Folge hatte immer eine Schicht zwei Stunden lang Dienst, die zweite hatte eine Dorfrallye durch Riehe zu absolvieren und die dritte konnte sich über Freizeit freuen. Da jede Schicht aus nur elf Jugendlichen bestand, konnten wir ganz realistisch die echte Tagesverfügbarkeit unserer Ortswehren nachstellen. Je drei bis vier „Mann“ stellten eine Fahrzeugbesatzung.

Um die nötige Action zu gewährleisten, stand am Ende jeder Ausbildungseinheit eine – natürlich jugendgerechte –  Einsatzübung in je einem unserer drei Orte an. Die Ehre der ersten Übung hatte Kreuzriehe. Die von Michael Dyes und Mirko Seifert angenommene Lage sah vor, daß zwei Jugendliche ihre Silvesterknaller in der Hütte am Teich zündeten, die Hütte in Brand geriet und die Jugendlichen in den Teich stürzten. Glücklicherweise konnten sich die beiden auf eine kleine Insel retten. Aufgabe des ersten Fahrzeugs (TSF Helsinghausen-Kreuzriehe) war daher zunächst die Menschenrettung per Schlauchboot – offensichtlich gehört das zur erweiterten Ausstattung eines TSF 🙂

Als zweites traf das StLF Waltringhausen ein und übernahm zunächst mit einem Hohlstrahlrohr gespeist aus dem Tank die Brandbekämpfung. Das kurz danach ankommende TSF Riehe stellte per Saugleitung die Wasserversorgung sicher und übernahm zur Unterstützung das zweite Rohr. Nach kurzer Zeit konnte „Menschenrettung durchgeführt und Feuer aus“ gemeldet werden. Die anschließende Manöverkritik ergab, daß Einsatzleitung und Gruppenführer sehr zufrieden mit ihren Fahrzeugbesatzungen waren. Trotz der teilweise unbekannten Fahrzeuge konnten alle Aufgaben schnell und ordentlich abgearbeitet werden.

Zurück am Sportplatz hatte der Versorgungszug Anke und Anke das Mittagessen vorbereitet. Leider stellte sich heraus, daß einer der Einkochautomaten defekt war, so daß die „normalen“ Ravioli kalt serviert werden mußten (bei der Hitze vielleicht gar nicht so schlecht). Mehr Glück hatten die Vegetarier unter uns – die Gemüsevariante war problemlos warm geworden.

Nach der Mittagsruhe meldete sich die zweite Schicht zum Dienst. Jeder Fahrzeugführer suchte sich einen individuellen Ort in Riehe, um in Ruhe sein Fahrzeug zu erklären und schon einige Elemente der folgenden Einsatzübung zu trainieren. Die zweite Übung fand dann programmgemäß in Waltringhausen statt. Laut Organisator und Einsatzleiter Kim Röhrbein gab es eine Verpuffung in einer Autowerkstatt (Feuerwehrhaus Waltringhausen). Dabei gerieten die Werkstatt selbst und ein davor geparktes Fahrzeug in Brand. Außerdem wurden zwei Mitarbeiter der Werkstatt als vemißt gemeldet.

Die zuerst eintreffende Feuerwehr Waltringhausen übernahm die Menschenrettung. Beide Trupps rüsteten sich mit (Übungs-)PA aus und gingen zur Einsatzstelle vor. Der erste Verletzte Mitarbeiter war schnell gefunden und wurde aus der Gefahrenzone entfernt. In der Zwischenzeit war auch das TSF Helsinghausen-Kreuzriehe angekommen und begann, die Wasserversorgung aus einem Überflurhydranten aufzubauen. Dabei wurden die Kameraden kurz darauf von der Truppbesatzung des TSF Riehe unterstützt. Nach Aufbau der unabhängigen Wasserversorgung begann die Personensuche in der verrauchten Werkstatt. Auch der zweite Vermißte konnte schnell gefunden werden. Der Brand wurde währenddessen mit zwei C-Rohren von außen weiter bekämpft.

Nach Übungsende zeigte sich Ortsbrandmeister Kim Röhrbein hocherfreut vom Ausbildungsstand der Jugendlichen. Auch die zweite Schicht hatte Ihre Aufgaben sehr gut gemeistert und sich damit die folgende Kaffeepause redlich verdient.

Am späten Nachmittag rückte die letzte Schicht an, um ihren Dienst am Nächsten zu beginnen. Auch diesmal blieb den Fahrzeugführern eine Stunde, um den Besatzungen das jeweilige Fahrzeug nahezubringen und dabei ein wenig auf die kommende Übung einzugehen. Und die hatte es in sich – Frank Blume hatte auf dem Grundstück der Familie Volker im Heusingerweg folgendes Szenario vorbereitet: Zwei Mädchen hatten in einem unter einem vorspringenden Dach abgestellten Wohnwagen den Gasherd eingeschaltet. Dabei geriet der Wohnwagen in Brand und die beiden Mädchen verletzten sich schwer. Beide trugen von Sarah Blume sehr realistisch geschminkte Brandwunden davon. Eine der beiden konnte sich auf das umliegende Grundstück retten, die andere saß weiterhin direkt vor dem Brandobjekt.

Aufgabe für die erste anrückende Ortswehr Riehe war daher zunächst die Menschenrettung und die Verletztenversorgung. Während der Wassertrupp eine Sammelstelle einrichtete, hatte der Angriffstrupp alle Mühe, die erste Verletzte „einzufangen“. Kurz danach konnte auch die zweite Person aus dem Gefahrenbereich entfernt werden und beide Trupps waren mit Prüfung der Vitalfunktionen, Kühlung der Brandwunden und Schockbehandlung beschäftigt.

Die Brandbekämpfung übernahm die folgende Feuerwehr Waltringhausen. Der Wohnwagen selbst war nicht mehr zu retten. Zur Absicherung der angrenzenden Scheune wurden zunächst zwei Rohre vorgenommen. Nach Eintreffen der Feuerwehr Helsinghausen-Kreuzriehe übernahm diese den Aufbau der Wasserversorgung. Da der nächste Unterflurhydrant auf der anderen Straßenseite liegt, war eine Verkehrüberwachung notwendig. Der zweite Trupp unterstützte kurz darauf den Löschangriff mit dem dritten Rohr.

Nachdem alle Rohre Wasser gaben und die Verletzten dem Rettungsdienst übergeben waren, konnte Einsatzleiter Frank Blume die Übung abbrechen. Im Anschluß an den Rückbau und die Verlastung der Geräte auf die Fahrzeuge schloß sich auch hier die Manöverkritik an. Frank war der Ansicht, daß auch diese Schicht sich bei der verzwickten Übungslage sehr gut geschlagen habe. Vor allem unter der Berücksichtigung der unbekannten Fahrzeuge war der Ausbildungserfolg offensichtlich. Frank fügte noch die Hoffnung hinzu, daß viele der jungen Kameraden uns auch im Bereich der Aktiven erhalten bleiben mögen.

Zurück am Zeltplatz wurden zunächst alle drei Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht und die benötigten Schläuche zum Trocknen aufgehängt. Danach rückten das TSF Helsinghausen-Kreuzriehe und das StLF Waltringhausen wieder in die eigenen Feuerwehrhäuser ein. Gleichzeitig warfen Martin und Alex den Grill an und die Fütterung der Raubtiere konnte beginnen. Nach den schweißtreibenden Übungseinheiten war der Appetit entsprechend angeregt und unsere beiden Grillmeister kamen kaum nach.

Wer nun meinte, daß sich ein ruhiger Abend anschloß, sah sich getäuscht. Es wird wohl nicht mehr zu ermitteln sein, wer auf die Idee kam, aber plötzlich stand die Wette im Raum, daß das Betreuerteam es nicht schaffen würde, den A-Teil der Wettbewerbsübung in kürzerer Zeit zu absolvieren als die JF Riehe. Die Rede war von ca. drei Minuten (für Unkundige – die offizielle Höchstzeit liegt bei sechs!). Das konnten die Betreuer logischerweise nicht auf sich sitzen lassen und nahmen die Wette selbstverständlich an.

Nach Aufbau des Übungsplatzes legte Riehe vor und kam mit nahezu null Fehlern auf eine Zeit von 4:30 Minuten. Das mußte doch zu toppen sein! Als zweites starteten die Betreuer (quasi wie die Feuerwehr) und legten eine Fabelzeit von 3:18 hin. Am Rande sollte vielleicht erwähnt werden, daß sich die Gruppe einen Fehler am Wassergraben leistete und auch noch ein Knoten falsch war (Ja, der Mastwurf – Rapha hat den einfachsten Knoten versaut, den man sich vorstellen kann…). Trotzdem hatten wir damit natürlich die JF Riehe vom Platz gefegt. Allerdings fühlte sich nun die JF Waltringhausen genötigt, den Ruf der Jugendlichen zu verteidigen und als dritte an den Start zu gehen. Ihnen gelang es zwar, die Rieher Zeit zu unterbieten, die Führung der Betreuer war aber nie in Gefahr. Und kaum waren die Geräte wieder weggeräumt, standen die Jugendlichen aus Helsinghausen und Kreuriehe parat, um verstärkt mit Kameraden aus den anderen JF vielleicht doch noch den Contest zu gewinnen. Aber auch dieser Versuch war nicht von Erfolg gekrönt – wir Betreuer gehören also noch lange nicht zum alten Eisen!

Am Lagerfeuer klang der Abend dann aus und als die ISS zum zweiten Mal über uns weggezogen war, hatten sich alle in die Zelte zurückgezogen.

Da wir am Abend keine Wecklied-Hitparade veranstaltet hatten, konnte Alex am Sonntag morgen einen Titel „frei“ wählen. Natürlich kam dafür nur Helene Fischers „Atemlos“ in Frage. Nach dem folgenden Marsch „Preußens Gloria“ war dann wohl auch der letzte wach. Anke und Anke rückten zum Kaffee kochen wieder an, Marc Planert brachte die extra für uns gebackenen Brötchen vorbei und damit konnte das Frühstück beginnen.

Danach packte jeder seine Sachen, alle zusammen bauten in Rekordzeit die Zelte ab und gegen elf Uhr war der Zeltplatz von uns verlassen und konnte vom TuS Riehe für die letzten beiden Saisonspiele genutzt werden. Fazit: Das Ziel ist erreicht. Fast alle Jugendlichen mußten sich mit mehr oder weniger fremden Kameraden auf fremden Fahrzeugen auseinandersetzen und haben dabei sehr gute Leistungen gebracht. Um die die zukünftige Zusammenarbeit muß uns also nicht bange sein.

Wir bedanken uns bei allen, die mitgeholfen haben, das Wochenende so erfolgreich zu gestalten:
Anke und Anke für die Verpflegung und Familie Merola für den Abwasch
Martin und Alex fürs Grillen
Michael, Mirko, Kim, Frank und Sarah für die Vorbereitung der Einsatzübungen
Familie Fritz Volker für das Übungsobjekt
Bäckerei Planert für die Brötchen am Sonntag
Jana für die Dokumentation per Kamera und die Hilfe beim Auf- und Abbau
Steffi und Dennis Feil für die Ausarbeitung der Dorf-Rallye
und ganz besonders bei unseren eigenen Jugendlichen für die unermüdliche Mitarbeit bei Aufbau, Abbau und allen anderen Arbeiten, die zu verrichten waren.

Wir hoffen, Ihr hattet alle mindestens soviel Spaß, wie wir. Wenn es nach uns geht, war das nicht das letzte gemeinsame Übungswochenende.
So, und nun endlich noch ein paar Fotos: