Besuch im Panzermuseum

Munster, 03. Mai 2014

Jugendfeuerwehr und Panzer, Hilfsorganisation und Kriegsmaterial – paßt das zusammen? Diese Frage stellte sich an diesem Samstag die JF Riehe. Auf Vorschlag der Jugendlichen führte uns der heutige Tagesausflug ins Panzermuseum nach Munster.

Um möglichst alle Facetten der Ausstellungsstücke zu beleuchten, begannen wir unseren Besuch mit einer 90minütigen Führung. Herr Gastrop erläuterte chronologisch die Entwicklung der Panzerwaffe von ihrem ersten Auftritt 1916 als „gepanzerte Schiffe an Land“ bis zur modernsten Ausführung des heutigen Leopard 2. Er ging dabei auch auf die Besonderheiten des deutschen Heeres während der Weimarer Republik ein – Panzer waren Deutschland von den Alliierten verboten und nur im geheimen in der Sowjetunion konnten Panzerbesatzungen ausgebildet werden.

Während des zweiten Weltkriegs wurden diverse gepanzerte Fahrzeuge entworfen, konstruiert und eingeführt. Einige davon konnten sich letztlich im Einsatz bewähren (z.B. Panther und Tiger), fanden allerdings im sowjetischen T34 einen stellenweise überlegenen Gegner. Auswüchse der deutschen Gigantomanie zeigten sich beim sogenannten Königstiger, der mit seinen 80 Tonnen Gefechtsgewicht nahezu unbeweglich war und auf 100km satte 1.000 Liter Kraftstoff benötigte…

In der Nachkriegszeit wurde lange über die Wiederbewaffnung beider deutscher Staaten gestritten – letztlich stellten sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR Mitte der 50er Jahre wieder eigene Streitkräfte auf. Schwere Waffen standen natürlich nicht zur Verfügung und mußten bei den jeweiligen Bündnispartnern geordert werden. So wurde der sowjetische T55 zum Standardkampfpanzer der DDR. In der Bundesrepublik setzte man dann in den 60er Jahren auf Eigenentwicklung und konstruierte den bekannten Leopard in seiner ersten Ausführung, der bis heute zahlreiche Nachfolger bekam und auch von diversen anderen Armeen eingesetzt wird.

Das Panzermuseum beschäftigt sich in erster Linie mit der Panzertechnik und -taktik. Dadurch gerät die kritische Darstellung des Panzers als Tötungsmaschine deutlich in den Hintergrund. Es existiert noch eine Zusatzausstellung, in der sowohl Handwaffen und Uniformen als auch Bilder von verwundeten und getöteten Soldaten verschiedener Epochen zu sehen sind. Diese sind aber recht unscheinbar angebracht und im Grunde nur zu entdecken, wenn man direkt danach sucht.

Fazit – für Technik- und Geschichtsinteressierte lohnt sich der Besuch sicherlich. Für eine Jugendgruppe muß man sich aber immer wieder in Erinnerung rufen, wieviel Leid und Zerstörung in der Vergangenheit gerade von der Panzerwaffe in den diversen Kriegen hervorgerufen wurde.

Trotzdem folgen hier natürlich noch einige Fotos…