Bundeswettbewerb

A-Teil (DV3)

Der verbreitetste Wettbewerb ist der Bundeswettbewerb. Er heißt so, weil er in ganz Deutschland gültig ist (Da die Organisation der Feuerwehren Ländersache ist, war das früher mal anders).

Im A-Teil sollen die Jugendlichen einen Löschangriff vortragen und dabei ihren Ausbildungsstand beweisen.

Dieser Löschangriff basiert auf der Ausbildungsvorschrift für die aktiven Kameraden, die sicherstellen soll, daß ein Brandeinsatz mit den vorhandenen Mitteln methodisch und schnell abgearbeitet werden kann.

Dabei geht man generell von der Personalstärke einer Gruppe aus (das heißt, ein „Häuptling“ und acht „Indianer“). Jedes Mitglied dieser Gruppe hat bestimmte, festgelegte Aufgaben.

Der Gruppenführer
Leitet den Einsatz und behält (hoffentlich) den Überblick über das Geschehen.

Der Maschinist
Bedient die Pumpe.

Der Melder
Steht zunächst dem Gruppenführer als „reitender Bote“ zur Verfügung. Wenn alle anderen eingesetzt sind, übernimmt er den Verteiler.

Der Angriffstrupp
Die zwei Mitglieder des Angriffstrupps starten den Löschangriff auf der linken Seite durch die Vornahme des ersten Rohres. Als Hindernis haben sie eine Leiterwand zu überwinden. Außerdem setzen sie den Verteiler.

Der Wassertrupp
Diese beiden sorgen zunächst dafür, daß der Hydrant angezapft bzw. die Saugleitung hergestellt wird, legen dann eine Schlauchleitung zum Verteiler und übernehmen im Anschluß den rechten Brandabschnitt mit dem zweiten Rohr. Dabei müssen sie über eine Hürde.

Der Schlauchtrupp
Hilft bei der Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer zunächst dem Wassertrupp bei der Saugleitung. Bringt danach vier Schläuche nach vorne, verlegt die Schlauchleitung für den Wassertrupp und nimmt dann das dritte Rohr zum mittleren Brandabschnitt selbst vor. Dabei wird der Schlauchtrupp durch einen Kriechtunnel aufgehalten.

Am Ende der Übung binden Angriffs- und Wassertrupp noch die vier wichtigsten bei der Feuerwehr verwendeten Knoten. Danach ist der erste Teil des Wettbewerbs beendet.
Von einer festgelegten Punktzahl werden nun die Fehler abgezogen.

B-Teil (Laufen)

Weiter geht es mit dem „B-Teil“. Dabei handelt es sich um einen Staffellauf über insgesamt 400 Meter, den sich die gleichen neun Gruppenmitglieder teilen. Einige haben nur eine bestimmte Strecke (meist 50 Meter) zu laufen und dann den Stab zu übergeben. Andere müssen unterwegs noch einige Aufgaben erledigen. So muß z.B. ein Läufer einen Schlauch so schnell wie möglich aufrollen, ein anderer seine Schutzausrüstung anlegen und ein dritter eine Feuerwehrleine im Beutel aus acht Meter Entfernung durch zwei Stangen werfen, die etwa einen Meter weit auseinander stehen.

Bei diesem Übungsteil kommt es nicht nur auf die Fehlerfreiheit an, auch die Geschwindigkeit ist hier entscheidend. Je schneller die Gruppe die Strecke bewältigt, desto mehr Punkte kann sie bekommen und damit auch Fehler aus dem A-Teil wieder gutmachen.

Wer am Ende in beiden Teilen zusammen die höchste Punktzahl erreicht, hat den Wettbewerb gewonnen.

Die beiden Übungen wurden im Jahr 1994 so festgelegt und sind seither nur an wenigen Stellen geändert worden. Mit Einführung einer neuen Feuerwehrdienstvorschrift 2008 wurden einige kleinere Korrekturen vorgenommen.

Dieser Wettbewerb wird auf allen Ebenen durchgeführt. Einige Jugendfeuerwehren bieten ihn als Freundschaftswettbewerb zu Jubiläen an. Jede Stadt und Gemeinde im Landkreis Schaumburg ermittelt einmal im Jahr ihren Stadt- bzw. Gemeindemeister und die Kreisjugendfeuerwehr läßt jedes Jahr etwa 100 Gruppen zum Kreiswettbewerb antreten.

Bei den Kreiswettbewerben hat jede Gruppe alle zwei Jahre die Chance, sich durch einen Platz unter den ersten zehn für die Bezirkswettbewerbe zu qualifizieren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da im Landkreis Schaumburg ein recht hoher Leistungsstand vorhanden ist.

Auf Bezirksebene kann man sich dann weiterqualifizieren für den Landesentscheid und die besten zwei Gruppen davon starten wiederum beim Bundesentscheid.