Zweiter Besuch in Bergen-Belsen

Lohheide, 28. März 2015

Nachdem unser letzter Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen inzwischen fast vier Jahre her ist, war es an der Zeit, die nächste Generation von Jugendlichen mit dem Thema Konzentrationslager zu konfrontieren. Und im Gegensatz zur damaligen Gruppengröße von fünf Betreuern und nur zwei Jugendlichen waren diesmal fast alle im geeigneten Alter dabei. Zusätzlich hatten wir unsere Freunde aus Waltringhausen eingeladen, uns zu begleiten. Mit insgesamt 21 Teilnehmern starteten wir in Richtung Norden.

Der folgende Bericht wurde von Laura, Luisa und Luca unter freundlicher Mithilfe von Manuel verfaßt:

„Heute morgen haben wir uns um 8:30 Uhr auf den Weg zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gemacht. Dort angekommen hat uns ein Mitarbeiter der Gedenkstätte begrüßt und über das Gelände aufgeklärt. Um ca. 11:00 Uhr sind wir dann über das ehemalige Lagergelände gegangen und haben uns mehrere Stelen angeguckt, die dort verteilt waren und uns wurde die Funktion dieser Metallsäulen erklärt. Auf ihnen waren Fotos drauf, die zu dieser Zeit gemacht wurden, sowie Infos und Zeitzeugen-Aussagen.

Um ca. 12:30 Uhr sind wir in das Ausstellungsgebäude gegangen und haben uns einige Filmausschnitte mit Interviews mehrerer Engländer und Deutscher über die Lage nach der Befreiung angeguckt. Zum einen war es ein Filmtagebuch der Engländer zwei Tage nach der Befreiung. Zum anderen wurden Szenen zu den Massengräbern gezeigt. Die SS Soldaten haben als Strafe von den Briten die Leichen des Lagers in die Massengräber transportieren müssen, ohne jeglichen hygienischen Schutz.

Danach hatten wir etwa eine dreiviertel Stunde Zeit, um die weitere Ausstellung zu erkunden und uns weitere Interviews von zum Beispiel Anwohnern und Angehörigen anzuhören.

Dann haben wir uns die Massengräber der Toten angeschaut und unser Begleiter hat uns ein paar alte Geburtstags-Gedichte vorgelesen, die die Väter für ihre Kindern geschrieben haben, die in der Zeit des Aufenthaltes Geburtstag hatten.

Folgend sind wir zum Grabstein von Anne Frank und ihrer Schwester gegangen, die in Bergen Belsen ihr Leben verloren haben und uns wurde noch etwas über ihre Zeit im Lager erzählt. Auch ein Tagebucheintrag von ihrem letzten Geburtstag wurde uns verlesen. Einige sind danach in das „Haus der Stille“ gegangen, ein Ort wo sich die Menschen zurück ziehen oder einen Brief für die Toten ablegen können.

Der Obelisk, den wir danach besuchten, war etwa 23m hoch und sein Gesamtvolumen sollte die Anzahl der Gefallenen des Lagers darstellen. Gleich gegenüber war eine etwa 30m lange Wand mit mehrsprachigen Inschriften von Ländern die im Lager Menschen verloren haben. Zum Beispiel der englische Spruch „Dies ist für die, die an diesem Ort starben.“

Anschließend haben wir uns von unserem Begleiter verabschiedet und sind zu einem bekannten Schnellrestaurant in Buchholz a.d. Aller gefahren.“

Soweit die Eindrücke der Jugendlichen. Zu erwähnen wäre noch, daß keiner von ihnen während des fast fünfstündigen Besuchs Anzeichen von Desinteresse oder Ermüdung gezeigt hat. Alle haben bis zum Ende mitgezogen und offenbar hat das Thema auch niemanden aus unserer Gruppe kalt gelassen.

Zur Historie des Lagers haben wir schon beim letzten Besuch einen Bericht geschrieben. Wer den nochmal lesen möchte – hier ist der Link.  Außerdem hat die Gedenkstätte natürlich eine eigene Homepage, auf der die Geschichte des Lagers umfassend dargestellt ist.

Vielen Dank an unsere Fahrer Marco, Frank und Familie Fleischer. Und Danke an Jens Fleischer für einen Teil der Fotos.