Stadtzeltlager 2012 – der Bericht

Wie versprochen hier der Bericht und einige Fotos der einzelnen Tage in Krankenhagen:

Freitag, 20. Juli

Um 15 Uhr trifft sich die JF Riehe zur Abreise in die Stadt Rinteln. Der Anhänger der SG-JF und der Bully von Ingo Neumann stehen bereit zur Beladung. Impfpässe und Krankenkassenkarten werden eingesammelt, die Jugendlichen auf die Autos verteilt und los gehts.
Der erste Tag steht generell im Zeichen des gegenseitigen Beschnupperns. Man bezieht die Zelte, versucht den Weg zu den Toilettenwagen zu finden und guckt mal, wen man von den neuen Nachbarn schon kennt. Wir sind eingerahmt von den Jugendfeuerwehren Rinteln, Tündern und Lauenau. Besonders mit Lauenau werden wir im Laufe der Woche noch einige Berührungspunkte haben.
Statt Abendessen wird bei uns vorm Zelt gegrillt. Und dabei zeigt sich schon, daß wir mit Sven einen sehr guten Schnitt gemacht haben (Danke Sarah!). Der arme Kerl wird natürlich sofort zum Dauer-Griller ernannt und darf nun jedesmal ran.
Später folgt im großen Zelt die Wecklied-Hitparade. Gewinner ist der Titel „Call me maybe“, der auch von uns auf Platz 1 gewählt wurde. Allerdings ist das gefährlich, denn spätestens am Ende der Woche mutiert das Wecklied im allgemeinen zum Haßlied.
Im Anschluß gibt es noch einen großen Fackelumzug durch Krankenhagen. Dabei erweist sich die Musikbox der JF Strücken als große Hilfe – Achim hatte Marschmusik auflegen lassen…

Samstag, 21. Juli

Das Wecklied dröhnt um 07:00 Uhr durch die Zelte. Wer davon noch nicht wach ist, wird von Anke „freundlich“ aus der Koje geworfen. Da Alex und Rapha morgens immer schon ab 06:15 unterwegs sind, um die Lagerzeitung drucken zu lassen, hat unsere beste Betreuerin diese Aufgabe übernommen. Danke, Anke!
Der Vormittag plätschert zunächst ereignislos dahin, bis wir mitbekommen, daß wir am Nachmittag beim Lagerzirkus irgendetwas zum Thema „Dinge, die die Welt nicht braucht“ vorführen müssen. Hat der Jugendwart das etwa vorher nicht gewußt? Ähem, doch, hat er – aber erfolgreich verdrängt…
Hilft nix, jetzt müssen ein paar Vorschläge auf den Tisch. Wir entscheiden uns letztlich für die Idee von Gawan und werden auf der Bühne die „Massentierhaltung“ thematisieren. Damit es etwas eindrucksvoller wird, kommen wir in letzter Minute auf die Idee, die etwa 50 Teilnehmer aus Lauenau mit hoch zu bitten. Trotzdem hält sich der Applaus in engen Grenzen – zugegeben, andere waren deutlich kreativer und haben sich viel besser vorbereitet. Typischer Jugendwartefehler!
Am Abend steht die Kennenlerndisco auf dem Programm. Zunächst ist die Stimmung etwas gedämpft, da man sich ja eben erstmal kennenlernen muß, aber nach einer Weile hat der Rock-Circus die Meute im Griff und die Bässe wummern durch das Lager.

Sonntag, 22. Juli

Der Sonntag beginnt um 10:00 Uhr mit einem Freiluftgottesdienst. Pastor Syska predigt mit viel Bezug zur Feuerwehr und spendet seinen Segen von der Drehleiter der Rintelner Feuerwehr aus – quasi ganz nahe am Arbeitgeber.
Danach starten unsere Kinder ins Freibad. Allerdings wird sich heute nur kurz abgekühlt, denn am frühen Nachmittag steht der nächste Punkt auf dem Programm – drei Großfahrzeuge der Werkfeuerwehr Lebenshilfe und der Flugplatzfeuerwehr Achum zeigen im Industriegebiet, was sie können. Schon beeindruckend, wenn ein Z8 mit über 100 km/h an einem vorbeirast und dabei eine angrenzende Wiese aus dem Monitor unter Wasser setzt.
Später versuchen wir einen Weltrekord im Rücken massieren aufzustellen. Die Dorfstraße hinunter werden Bänke aufgestellt. Allerdings endet der Versuch etwa auf der Hälfte – also direkt nach Riehe und Lauenau. Um die Teilnehmer trotzdem bei Laune zu halten spielt Ele aus Lauenau (bzw. Altenhagen II) den Animateur.
Beim heutigen Abendprogramm hat jede JF die Aufgabe die wichtigsten Ereignisse eines zugelosten Jahres vorzustellen. Das Jahr 2005 gehört uns und wir sind deutlich besser vorbereitet, als am Samstag. Wir haben die Nachrichten des Jahres mit passender Musik untermalt. Alex und Marcel sind die Soundmixer und Marcel darf sogar die Technik der Beschallung bedienen. Rapha spielt den Sprecher aus dem Off. Hier in Kurzform unser Beitrag:
1) Intro Linkin Park (Das war Lukas‘ Bedingung, damit er überhaupt mitmacht)
2) Drei Feldbetten stehen auf der Bühne – belegt mit Laura, Vicky und Luca. Zum Wecklied des Kreiszeltlagers 2005 in Stadthagen (Guten Morgen Sonnenschein) werden die drei langsam wach und gehen von der Bühne
3) Das Lied des Jahres (Schnappi, das Krokodil) wird von Ronja und Mina dargestellt. Wobei Ronja lebensechter wirkt 🙂
4) Bundeskanzler Gerhard Schröder (Gawan, „Hol mir mal ’ne Flasche Bier“) verliert im September die Bundestagswahl und muß Angela Merkel (Finja, „Bau auf, bau auf“) weichen.
5) Deutscher Meister und Pokalsieger ist der FC Bayern München. Zum „Stern des Südens“ tanzen Luisa und Lukas F. jubelnd über die Bühne (Luisa freiwillig, Lukas unter Zwang…)
6) Peter Lustig (Lukas – ist gleich oben geblieben) geht in Rente und verabschiedet sich mit der Löwenzahn-Titelmusik
7) Joseph Ratzinger wird zum Papst gewählt. Lukas K. kommt in zwei weiße Badehandtücher gewickelt stilvoll gebrechlich mit Stock auf die Bühne und segnet das Volk. Musikalisch unterlegt mit dem Titelthema von Star Wars…
8)…was durchaus Sinn macht, denn 2005 wird aus Anakin Skywalker Darth Vader. Die Musik ändert sich in den Imperial March und der Sith-Lord kommt in Gestalt von Nina aus der Versenkung. Vader und Benedikt liefern sich einen grandiosen Lichtschwertkampf und gehen ab.
9) Als letztes treten nochmal Laura und Vicky als Außerirdische auf, die zum zweitbesten Lied des Jahres „Dubidam dam“ tanzen.
Wir selbst hatten eine Menge Spaß bei den Proben im Betreuerzelt. Der Applaus am Ende der Vorführung spricht für sich.

Montag, 23. Juli

Der Tag gehört dem Weserangerbad in Rinteln. Kurz nach dem Mittag fährt der Bus. Außer der Abkühlung im recht frischen Becken vertreiben wir uns die Zeit mit Beach-Volleyball. Bei dieser Sonneneinstrahlung nur gut eingecremt zu empfehlen. Rechtzeitig vor dem Abendessen fährt der Bus zurück.
Am Abend findet der erste Teil der JF-Olympiade statt, bei der zwei Teilnehmer jeder JF gegen alle anderen antreten müssen. Für uns spielen Nina und Laura mit. Auch eine Playback-Vorführung gehört dazu – damit sind wir allerdings erst am Donnerstag dran.

Dienstag, 24. Juli

Wir teilen uns auf – der Großteil der JF Riehe fährt ins Rasti-Land und testet dort unter anderem für die Lagerzeitung die Fahrgeschäfte (die Wildwasserbahn und die Schiffschaukel bekamen beide ein „Leider Geil!“). Nina und die beiden Lukasse dagegen führt der Weg nach Hannover. Dort besichtigen Sie die AWD-Arena (leider ohne die Spieler von Hannover 96 – die sind zur Zeit im Trainingslager). Trotzdem ist der Blick hinter die Kulissen sehr aufregend.
Im Abendprogramm wird heute die Neuauflage des Nord-Süd-Gipfels geboten. Die Jugendwarte der teilnehmenden JF spielen in lustigen und manchmal etwas peinlichen Spielen gegeneinander. Riehe wird der Nordseite zugeteilt, was dem Jugendwart, der bekanntlich aus dem südlich der Weser gelegenen Hohenrode stammt, nicht schmeckt. Trotzdem geben wir natürlich unser Bestes. Bei Spielen wie Familienduell, Toilettenpapiermumie und Wattebäuschchen an nackte Männerbrüste kleben machen wir uns vor den Jugendlichen zu Volldeppen, aber was macht man nicht alles…
Leider siegt der Süden mit ganz knappem Vorsprung. Gratulation an die Südstaaten.

Mittwoch, 25. Juli

Der Besuchertag fängt ganz entspannt im Freibad an. Während Rapha für den Grillabend einkauft, erfrischen sich die Kinder einmal mehr im Wasser. Bei der Bullenhitze ist das auch die einzig sinnvolle Art von Bewegung.
Unsere Gäste empfangen wir ausnahmsweise nicht vor den eigenen Zelten sondern direkt am Haupteingang. Wir haben uns nämlich die heutige Nachtwache zugeschanzt. Ob das sinnvoll war, wird der weitere Abend zeigen. Zunächst schmeißt Sven wieder mal den Grill an und gegen 18:00 Uhr fahren unsere Besucher mit dem Bus vor. An dieser Stelle vielen Dank an Rolf Bilges fürs Fahren. Nachdem um 21:00 Uhr unsere Gäste wieder verschwunden sind, leert sich der Platz rapide und der langweilige Teil der Nacht beginnt. Nach und nach verschwinden einige Wachhabende ins Zelt, um am nächsten Morgen die Spätschicht zu übernehmen. Gegen 05:00 Uhr ist dem verbliebenen Häufchen die Müdigkeit anzumerken. Da beschließen wir zum Zeitvertreib ein bißchen Schabernack zu treiben. Die untere Brüke wird mittels Straßenmalkreide und Absperrgittern in zwei Fahrspuren geteilt. In Timbuktu richten wir zwei Stuhlkreise ein – für den Fall, daß es zwischen Ober- und Untertimbuktu mal zu Mißstimmungen kommen sollte… Auf der oberen Brücke richten wir einen B-Teil des Bundeswettbewerbes ein, falls jemand nochmal üben möchte und Vicky und Laura legen eine Gebühr für die Toilettenbenutzung fest (30 Cent haben wir tatsächlich eingenommen…)
Danach bleibt uns nur noch übrig bis zur Ablösung Fußball zu spielen.
Ein besonderer Dank geht an diejenigen, die die ganze Nacht durchgehalten haben: Laura, Vicky, Lukas, Lukas und GAWAN!

Donnerstag, 26. Juli

Da beide Tage inneinander übergehen, ist die Abgrenzung schwierig. Der Donnerstag beginnt für uns eigentlich gegen 10:00 Uhr mit den Wasserspielen auf dem Sportplatz – nein, so richtig geschlafen hat bis dahin niemand…
Nach diesen Spielen waren wir dann zunächst richtig wach, weil naß.
Am Nachmittag sollten eigentlich Betreuer-Spiele stattfinden, aber aufgrund der Hitze hat der Tageskasper den Plan geändert und eine mächtige Wasserschlacht angezettelt.
Am Abend luden Mucki und Henne zum zweiten Teil der JF-Olympiade ins große Zelt. Diesmal waren auch wir mit einer Playbackvorführung an der Reihe. Dabei und auch bei den Spielen schlugen wir uns recht gut.

Freitag, 27. Juli

Wenn man relativ viel Freizeit hat, kommt man manchmal auf bekloppte Ideen. Nachdem Luca am Vormittag unseren Bollerwagen die abschüssige Dorfstraße runtergefahren ist, kam die Idee auf, ein allgemeines Bollerwagenrennen zu starten. Kurzerhand machte Gawan eine entsprechende Durchsage, sperrte den gesamten Weg mit Trassierband ab und wollte aus seiner eigenen Tasche sogar noch die Siegerpreise (je ein Eis für die ersten Drei) bezahlen. Am Ende nahmen nur Lauenau und Riehe teil, aber lustig wars trotzdem. Folgende Platzierungen haben sich ergeben:
1) Gawan – Riehe – 34 sec.
1) Lukas – Riehe – 34 sec.
3) Luca – Riehe – 35 sec.
4) Vicky – Riehe – 36 sec.
5) Laura – Riehe – 38 sec.
6) Lucas – Lauenau – 74 sec.
7) Luzis – Lauenau – 84 sec.
8) Janes – Lauenau – 87 sec.
Am Nachmittag folgten die Siegerehrungen für die Tageswettbewerbe und die JF-Olympiade. Wir belegten dabei Platz 4 bzw. 6 und lagen damit in der Gästewertung beide Male vor Lauenau und Tündern. 🙂
Abends wollten wir eigentlich unsere Reste weggrillen. Sven hatte schon die ersten Würstchen fertig, als eine Unwetterwarnung eintraf. Bald setzte stürmischer Wind und ein ergiebiger Regen ein. Zur Sicherheit wurden alle Jugendlichen ins große Zelt beordert. Busse standen bereit für eine eventuelle Evakuierung. Die Betreuer versuchten derweil alle Zelte nochmals abzusichern. Vielen Dank hier an Anke und Jana, die sich um die „Kleinen“ gekümmert haben, an Alex, der die Nachtwache unterstützt hat, an Sven für die Hilfe beim festzurren und an Lukas F., der als ältester Jugendlicher nicht nur bei uns mit anpackte sondern auch die Lauenauer Zelte mit sicherte.
Kaum hatten wir alles fest, wurde der Alarm abgeblasen, die Kinder kehrten in ihre Zelte zurück und der Abschlußdisco stand nichts mehr im Weg. Nur unser Grill war quasi abgesoffen. 🙁

Samstag, 28 Juli

Üblicherweise wird am letzten Tag erst eine Stunde später geweckt. Da es heute keine Lagerzeitung mehr gab, konnten auch Alex und Rapha endlich mal in den zweifelhaften Genuß des Wecklieds kommen…
Das Tagesprogramm stand ganz im Zeichen der Abreise. Vor dem Frühstück wurden die Sachen gepackt, nach dem Frühstück zog Treckerfahrer Steffen unseren Anhänger zum Zelt und beladen wieder runter. Alle Klamotten wurden in den T5 der Firma Struß verladen und der Anhänger war wieder frei für Tische, Bänke, Teppiche und anderes Geraffel. Leider waren die Zelte von dem Regen noch zu naß. Wir werden sie in ein paar Tagen abholen.
Um 10:30 beendete Stadtjugendwart Daniel Jakschik das 12. Stadtzeltlager der Jugendfeuerwehren der Stadt Rinteln und wir traten kurz danach die Heimreise an.
Einen kurzen Stopp beim Schotten gönnten wir uns noch, bevor wir am Feuerwehrhaus die Klamotten ausluden.

Eine schöne Woche mit vielleicht ein bißchen viel Freizeit aber bestem Wetter liegt damit hinter uns.
Wir bedanken uns bei allen, die uns in dieser Woche unterstützt haben. Sei es das Aufbaukommando am Donnerstag, die beste Anke der Welt, Ingo Neumann für seinen Ducato, Firma Struß für den T5 und nicht zuletzt bei denen, die jetzt noch beim Zeltabbau helfen werden.

Damit schöne Ferien Euch allen!